— Willst du mein Gehalt? Um es für dein Mütterchen auszugeben? — fragte Swetlana ihren Mann mit zusammengekniffenen Augen.

— Willst du mein Gehalt? Um es für dein Mütterchen auszugeben? — fragte Swetlana ihren Mann mit zusammengekniffenen Augen.

— Hör mal, Witek, wie läuft’s bei euch finanziell? — fragte Pawel damals und nippte an seinem Bier. — Marina gibt mir ihr ganzes Gehalt, und ich entscheide dann selbst, wofür ich’s ausgebe.

Marina nickte daneben eifrig und zwinkerte ihrem Mann zu:

— Natürlich, mein Schatz verwaltet das besser. Der hat schließlich Köpfchen!

Viktor kam gegen Mitternacht nach Hause. In seinem Kopf klangen noch immer das Lachen von Pawel und seiner Frau Marina nach. Das Treffen im Café, das als gewöhnliches Beisammensitzen nach der Arbeit begonnen hatte, hatte sein Bild vom Familienleben auf den Kopf gestellt.

Damals hatte er nur spöttisch geschnaubt, doch innerlich stach etwas. Swetlana verdiente seit einem halben Jahr fast doppelt so viel wie er — sie arbeitete als leitende Managerin. Und er war auf derselben Stelle geblieben, auf der man einen Hungerlohn bekam. Die Ungerechtigkeit brannte in ihm.

— Witja, warum bist du so nachdenklich? — Swetlana kam im Bademantel aus dem Schlafzimmer. — Du bist spät dran.

— War mit Paschka unterwegs, — brummte er und ging in die Küche.

Swetlana goss ihm Tee ein und setzte sich neben ihn. In ihren Augen lag Müdigkeit — wieder hatte sie länger gearbeitet, irgendein dringendes Lieferproblem gelöst.

— Sweta, wir müssen über Geld reden, — begann Viktor und sammelte seinen Mut.

— Was ist passiert? Schon wieder das Auto?

— NEIN! — fuhr er sie an. — Es geht um etwas anderes. Meine Mutter… ihr geht’s gerade schlecht. Die Rente ist klein, die Medikamente sind teuer.

Swetlana runzelte die Stirn:

— Aber wir helfen ihr doch jeden Monat. Ich habe selbst letzte Woche zehntausend überwiesen.

— Das ist zu wenig! — Viktor schlug mit der Faust auf den Tisch. — Du verstehst es nicht! Die Frau hat ihr ganzes Leben gearbeitet, mich allein großgezogen, und jetzt zählt sie jeden Kopeken!

— Witja, lass uns ruhig darüber reden. Wie viel braucht sie denn?

Viktor atmete tief ein. Der Moment der Wahrheit.

— Sobald du dein Gehalt bekommst, überweist du es mir, — verlangte er. — Wohin—wohin? Ich gebe es meiner Mutter. Das GANZE Gehalt.

Swetlana erstarrte mit der Tasse in der Hand. Im Zimmer hing Stille, nur das Brummen des Kühlschranks war zu hören.

— Meinst du das ernst? — fragte sie leise.

— Völlig ernst. So ist es richtig. Ein Mann muss über das Familienbudget verfügen. Mein Vater hat meiner Mutter immer das Gehalt abgenommen, und es gab nie Probleme.

Swetlana stellte die Tasse langsam auf den Tisch.

— Und was soll ich ohne Geld machen?

— Ich gebe dir was für Ausgaben. So viel du brauchst — so viel bekommst du. Aber zuerst meine Mutter, dann alles andere.

Am Morgen wachte Swetlana früher als sonst auf. Sie hatte kaum geschlafen — die Worte ihres Mannes kreisten in ihrem Kopf und ließen sie nicht zur Ruhe kommen. Sie sah Viktor an, der neben ihr schlief, und erkannte den Menschen nicht wieder, den sie vor acht Jahren geheiratet hatte.

Beim Frühstück lag die Spannung in der Luft.

— Na, hast du nachgedacht? — fragte Viktor und strich Butter aufs Brot.

Swetlana nickte:

— Gut. Ich bin einverstanden.

Viktor verschluckte sich beinahe:

— Echt jetzt?

— Ja. Nur kommt das Gehalt nicht so schnell. Es gibt Verzögerungen bei den Auszahlungen, du weißt doch — Krise.

— Und ungefähr wann?

— In ein paar Wochen haben sie es versprochen. Und eine Prämie soll’s auch geben — insgesamt kommen so etwa dreihunderttausend zusammen.

DREIHUNDERTTAUSEND! In Viktors Kopf spielte Siegesmusik. Er stellte sich vor, wie er sich ein neues Handy kaufen würde, von dem er schon lange träumte, seine Garderobe erneuern, vielleicht sogar mit Freunden zum Angeln an den Baikalsee fahren würde. Und seiner Mutter… na ja, der würde auch irgendwas abfallen.

— Super! — breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus. — Du wirst sehen, so ist es für alle besser.

Die nächsten Tage schwebte Viktor wie auf Wolken. Auf der Arbeit prahlte er vor den Kollegen, er habe Ordnung in die Familie gebracht, jetzt sei er der echte Herr im Haus. Sogar Pawel rief er an und bedankte sich für die „Lektionen“.

— Bravo, Witek! — lachte Pawel in den Hörer. — So muss das! Frauen darf man kein Geld anvertrauen, die versauen’s gleich für Klamotten!

Eine Woche verging, dann noch eine. Viktor begann nervös zu werden.

— Sweta, wie sieht’s mit dem Gehalt aus?

— Ich sag doch, Verzögerungen. Die Buchhaltung hat’s von Tag zu Tag versprochen.

— Wie lange soll das denn noch gehen! Verdammt noch mal!

— Witja, ich kann doch nichts dafür. Das entscheidet die Leitung.

Zähneknirschend stimmte Viktor zu zu warten. Doch seine Geduld schmolz von Tag zu Tag. Besonders, wenn die Rechnungen kamen — für die Wohnung, Internet, Handy. Swetlana bezahlte alles selbst, aber irgendwie widerwillig, sichtbar ohne Lust.

— Bald ist dein Geld alle, — warnte Viktor. — Was machst du dann?

— Ich hab ’ne Kreditkarte, — zuckte seine Frau mit den Schultern.

Ende des Monats hielt Viktor es nicht mehr aus. Als er in den sozialen Netzwerken Fotos von Pawel mit einem neuen Handy sah, begriff er: Er kann nicht länger warten. Zumal er schon Pläne gemacht hatte. Vor einer Woche hatte er einen Kredit für eine Spielekonsole der neuesten Generation aufgenommen — er hatte vor, ihn mit dem Gehalt seiner Frau abzuzahlen.

— SWEETA! — brüllte er, als er abends nach Hause stürmte. — Wie lange willst du mich noch verarschen?!

Seine Frau schaute ruhig aus der Küche:

— Was ist los?

— WO IST DAS GELD? Ein ganzer Monat ist vorbei! Ziehst du das absichtlich in die Länge?**

— Witja, ich hab’s doch erklärt…

— Du hast GAR NICHTS erklärt! Du willst einfach nicht abgeben! Denkst du, ich bin blöd?

Swetlana wischte sich die Hände an der Schürze ab und ging ins Zimmer. Viktor folgte ihr und schrie weiter:

— Dreihunderttausend! Du hast dreihunderttausend versprochen! Wo sind sie?!

— Weißt du was, Witja, — Swetlana drehte sich zu ihm um. — Lass uns ehrlich sein. Es gibt keine Verzögerung. Ich habe mein Gehalt schon vor zwei Wochen bekommen.

Viktor erstarrte. Das Blut schoss ihm ins Gesicht, vor Wut zitterten ihm die Hände.

— WAS? Du… du hast mich angelogen?

— Ja. Hab ich. Und weißt du warum? Weil ich sehen wollte, wie weit du mit deiner Gier gehst.

— Welche Gier denn? Ich kümmere mich um meine MUTTER!

— Ach komm! — Swetlana lachte. — Deiner Mutter geht’s bestens: Rente плюс мои Überweisungen. Ich habe letzte Woche mit ihr telefoniert — sie fährt in ein Sanatorium, die Tickets sind schon gekauft.

Viktor wurde blass. Seine Mutter hatte tatsächlich irgendwas von einem Sanatorium gesagt, aber er hatte nicht zugehört.

— Das… das ist nicht wichtig! Das Wichtigste ist: Du bist MEINE FRAU! Du musst gehorchen!

— Muss ich? — Swetlana kniff die Augen zusammen. — Und seit wann?

— So gehört sich das! Der Mann ist das Familienoberhaupt! Der Ernährer!

— Der Ernährer? — sie schüttelte den Kopf. — Witja, du verdienst vierzigtausend im Monat. Ich hundertzwanzig. Wer von uns ist hier der Ernährer?

Viktor ballte die Fäuste:

— Wie kannst du es wagen! Ich hab dich aus dem Wohnheim rausgeholt! Diese Wohnung haben meine Eltern gekauft!

— Die Wohnung wurde VOR unserer Hochzeit gekauft. Und ich habe acht Jahre lang Geld hineingesteckt — Renovierung, Möbel, Technik. Alles halb–halb, falls du’s vergessen hast.

— VERSCHWINDE! — brüllte Viktor. — Verschwinde aus MEINEM Haus!

Swetlana lächelte seltsam:

— Wie du willst.

Sie ging ins Schlafzimmer. Viktor hörte, wie der Schrank aufging, etwas raschelte. Nach ein paar Minuten kam seine Frau wieder heraus und zog drei Koffer hinter sich her.

— Was, ernsthaft? — stammelte er.

— Und was dachtest du? — Swetlana stellte die Koffer an die Tür. — Nur eins, mein Lieber: Du wirst gehen müssen.

— WAS?

— Erinnerst du dich? Vor drei Monaten haben wir den Vertrag umschreiben lassen. Auf meinen Namen. Du hast selbst unterschrieben und gesagt: So ist es einfacher mit den Steuern.

Stimmt, da war etwas gewesen. Swetlana hatte damals irgendwas von Abzügen, Vergünstigungen erklärt… Er hatte nicht richtig zugehört, hatte ihr vertraut. Sie waren zum Notar gegangen.

— Du… du hast das alles eingefädelt?…

„Nein, Witja. Ich habe mich nur abgesichert. Ich habe gesehen, wie du dich veränderst. Wie du auf meine Gehaltsabrechnung starrst. Wie du MEIN Geld zählst.

— Aber… aber wir sind doch eine Familie!

— Waren wir. Bis du beschlossen hast, dass ich dein Eigentum bin. Eine Geldbörse auf Beinen.“

— NEIN! — Viktor stürzte auf seine Frau zu. — Das kannst du nicht machen! Wir sind seit acht Jahren zusammen!

Swetlana wich zum Fenster zurück:

— Das letzte Jahr habe ich deine Geringschätzung ertragen. Deine Kommentare, dass eine Frau nicht erfolgreicher sein kann als ein Mann. Deinen Neid auf meine Erfolge.

— Ich war nicht neidisch!

— Witja, du hast jedes Mal einen Skandal gemacht, wenn mein Gehalt erhöht wurde. Du hast gesagt, der Chef würde sich bestimmt an mich ranmachen. Dass ich mich mit zweideutigen Andeutungen hochdiene…

— Ach, zum Teufel mit der Vergangenheit! — Viktor fasste sich an den Kopf. — Sweta, bitte! Ich ändere mich!

— Zu spät. Weißt du, ich bin Pawel und Marina sogar dankbar.

— Was haben die damit zu tun?

— Sehr viel. Sie haben dich nämlich veräppelt. Marina hat mich gestern angerufen, hat gelacht. Sie meinte, sie hätten sich mit ihrem Mann einen Streich ausgedacht — dir erzählt, man müsse das Geld abgeben. Und du hast es geglaubt! Bist nach Hause gerannt und hast es eingefordert.

Viktor erstarrte. In seinen Schläfen hämmerte es, vor seinen Augen schwamm alles.

— Sie… haben nur einen Scherz gemacht?

— Ja. Und bei ihnen ist es sogar genau umgekehrt. Pawel gibt Marina sein Gehalt, sie führt den Haushalt. Weil sie mit Geld umgehen kann — im Gegensatz zu ihm.

Viktors Handy klingelte. Auf dem Display stand Pawel.

— Geh ran, — nickte Swetlana. — Ist doch spannend, was er sagt.

Mit zitternder Hand hielt Viktor das Telefon ans Ohr:

— Hallo…

— Witek! Na, hat dir Swetka ihr Gehalt schon gegeben? — die fröhliche Stimme des Freundes schnitt ihm ins Ohr.

— Pawel… du…

— Hör zu, wir sitzen hier mit Marin’ka und lachen uns kaputt! Sie sagt: „Hat er das wirklich geglaubt?“ Und ich so: „Ach was, Witek ist doch nicht blöd!“ Und sie: „Wetten, er ist losgerannt und hat’s eingefordert!“ Na, wer hat gewonnen?

Viktor warf das Telefon auf den Boden. Swetlana hob es auf und schaltete es aus.

— Tja, Witja. Wegen eines dummen Witzes hast du unsere Familie zerstört.

— Sweta… — er sank auf die Knie. — Verzeih mir! Ich bin ein Idiot! Ein totaler Idiot!

— Ja, du bist ein Idiot. Aber darum geht’s nicht. Es geht darum, dass du dein wahres Gesicht gezeigt hast. Gierig, kleinlich, neidisch.

— Ich ändere mich!

— Nein. Wirst du nicht. Weißt du, warum ich mir sicher bin? Weil du schon Schulden gemacht hast.

Viktor wurde blass:

— Woher…?

— Ich habe deine neuen Klamotten gesehen, dann nachgeschaut — und es stellte sich heraus: Du hast einen Konsumkredit über zweihunderttausend aufgenommen. Und außerdem eine Kreditkarte mit einem Limit von hundertfünfzig.

— Ich wollte das sofort zurückzahlen! Sobald du mir dein Gehalt gibst!

— Genau das ist es. Du hast MEIN Geld schon ausgegeben, bevor du es überhaupt bekommen hast. Du hast eine Konsole gekauft, irgendwelche Gadgets… Witja, du bist doch krank!

Viktor saß da, den Kopf in den Händen. Sein ganzes Leben brach ihm vor den Augen zusammen. Die Kredite schnürten ihn zu — die erste Rate war in einer Woche fällig, und er hatte kein Geld. Die Wohnung war nicht seine. Die Frau, die er für fügsam und still gehalten hatte, war ganz anders.

— Lass uns einen Deal machen, — krächzte er. — Ich ziehe aus, aber du hilfst mir mit den Krediten.

— NEIN, — sagte Swetlana. — Keinen Kopeken. Du hast dich selbst verschuldet — also komm auch selbst wieder raus.

— Aber das ist doch wegen dir!

— Wegen mir? — sie lachte. — Nein, Witja. Wegen deiner Gier und deiner Dummheit. Du hast dem Erstbesten geglaubt, ohne überhaupt einmal menschlich mit mir zu reden.

— Ach, geh zum Teufel! — Viktor sprang auf. — Glaubst du, du bist so schlau? Ohne mich gehst du unter!

— Das werden wir sehen, — zuckte Swetlana mit den Schultern. — Und jetzt: RAUS. Du hast eine Stunde zum Packen.

— Du hast kein Recht dazu!

— Doch. Hier ist eine Kopie der Unterlagen zur Wohnung. Hier ist der Vertrag, den du unterschrieben hast. Wenn du willst, geh vor Gericht. Aber bedenke: Ich erzähle von deinen Krediten, die du im Vertrauen auf MEIN Gehalt aufgenommen hast. Das ist übrigens Betrug.

Viktor wusste, sie hatte recht. Er hatte nirgendwohin. Zu seiner Mutter? Die wohnte in einer Einzimmerwohnung — und was würde sie sagen, wenn sie die Wahrheit erfuhr? Zu Freunden? Nach dieser Blamage?

Er packte schweigend seine Sachen. Swetlana saß in der Küche und trank Tee. Ruhig, gefasst. Als hätten sie nicht acht Jahre zusammengelebt, sondern wären bloß zufällige Bekannte.

— Sweta, vielleicht…

— NEIN, Witja. Geh einfach.

Er trat mit zwei Taschen auf den Treppenabsatz. Hinter ihm fiel die Tür ins Schloss. Der Schlüssel drehte sich — Swetlana hatte das Schloss vor einem Monat auswechseln lassen, jetzt war klar, warum.

Draußen nieselte feiner Regen. Viktor holte sein Handy heraus und rief Pawel an:

— Hallo, Witek! Warum hast du aufgelegt?

— Pawel… kann ich bei dir übernachten?

— Was ist denn passiert?

— Swetka hat mich rausgeworfen.

Am anderen Ende herrschte Stille. Dann brach Gelächter los:

— Jetzt im Ernst?! Wegen dem Witz oder was?

— Ja, — antwortete Viktor dumpf.

— Hör zu… Marina ist dagegen. Sie sagt, du bist selbst schuld. Tut mir leid, Bruder.

Das Freizeichen schnitt ihm ins Ohr. Viktor rief noch ein paar Bekannte an — alle lehnten ab. Die Nachricht von seiner Blamage hatte sich unter den gemeinsamen Bekanntschaften bereits herumgesprochen.

Er musste ein Zimmer mieten. Auf der harten Pritsche sitzend, dachte Viktor darüber nach, wie alles so schiefgehen konnte. Über die dreihunderttausend, die er nie bekommen hatte. Über die Kredite, die jetzt an ihm hingen. Über die Wohnung, die er wegen seiner eigenen Gier verloren hatte.

Das Handy vibrierte. Eine SMS von seiner Mutter: „Witja, was soll das, was Sweta da erzählt? Welche Medikamente? Ich habe dir doch gesagt, dass ich ins Sanatorium fahre, alles ist bezahlt. Was hast du vor?“

Viktor schaltete das Telefon aus. Er hatte nichts zu antworten.

Einen Monat später bekam Swetlana die offizielle Scheidung — Viktor stellte sich nicht quer. Sie verkaufte die Wohnung und kaufte eine andere, kleinere, aber in einer besseren Gegend. Auf der Arbeit ging es bergauf — ohne den Dauerstress zu Hause blühte sie auf.

Viktor schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sein Lohn ging fast komplett für die Kreditraten drauf. Er lebte weiterhin in demselben gemieteten Zimmer und ernährte sich von Instantnudeln.

Eines Tages begegnete er Pawel und Marina im Einkaufszentrum. Sie taten so, als würden sie ihn nicht kennen.

— He, Pawel! — rief Viktor.

Pawel drehte sich um und verzog das Gesicht:

— Ach, Witek. Na, wie läuft’s?

— Ganz okay, — log Viktor.

— Na dann. Wir müssen weiter, wir haben zu tun.

Marina sagte nicht einmal Hallo. Sie warf nur über die Schulter:

— Muss man sich so wegen eines dämlichen Witzes reinreiten. Swetka ist top, hat richtig gehandelt.

Sie gingen und ließen Viktor mitten in der Menge stehen. Einsam, von seiner eigenen Gier betrogen, verraten von seinen Illusionen darüber, wie ein „echter Mann“ zu sein hat.

Und irgendwo in einem anderen Teil der Stadt kochte Swetlana in ihrer neuen Wohnung Kaffee. Auf dem Tisch lagen die Unterlagen zur Beförderung — jetzt leitete sie eine ganze Abteilung. Ihr Gehalt war auf zweihunderttausend gestiegen.

Das Telefon klingelte — eine unbekannte Nummer.

— Hallo?

— Swetlana? Hier ist Viktor. Können wir uns treffen? Reden?

— NEIN, Viktor. Wir haben nichts zu besprechen.

— Aber ich habe meinen Fehler verstanden! Ich habe mich geändert!

— Glückwunsch. Leb mit deinen Veränderungen. Und ich lebe ohne deine Fehler.

Sie legte auf und blockierte die Nummer. Ihr war leicht und ruhig zumute.

Freiheit ist teuer. Aber sie war es wert.

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