— Du hast dich wohl vergessen, Irina. Dieses Datscha-Grundstück und diese Wohnung gehören alle meinem Sohn. Also halte dich besser zurück, wenn du hier länger bleiben möchtest.

Irina lebte schon seit einigen Jahren mit ihrem Mann zusammen. Gemeinsam mit Anton zogen sie ihre wunderbare Tochter Ksenia groß, die nun ungefähr sechs Jahre alt war. Durch glückliche Umstände konnte Irina früher wieder arbeiten gehen, als die Tochter mit zweieinhalb Jahren in den Kindergarten kam. Damals sprang ihre Mutter, Swetlana Leonidowna, ein und half aus, wenn Ksjuscha krank war.
Doch ein halbes Jahr später begann Swetlana Leonidowna unter Rückenschmerzen zu leiden und konnte ihre Tochter nicht mehr so oft unterstützen. Daraufhin beschloss Anton, sich die Hilfe seiner Mutter, Anna Pawlowna, zu sichern.
Die Schwiegermutter war eine strenge Frau, schließlich eine erfahrene Lehrerin, und sie war der Meinung, dass die Schwiegertochter alles allein bewältigen müsse. Dennoch stimmte sie der Bitte ihres einzigen Sohnes zu.
— Anna Pawlowna, vielen Dank, — bemühte sich Irina, höflich zu sein, obwohl sie verstand, dass das Verhältnis zur Schwiegermutter nie einfach sein würde.
— Danke? — schnaubte diese. — Meinetwegen muss ich mir auf der Arbeit krankmelden. Vielleicht fängst du endlich an, dich selbst um dein Kind zu kümmern. Es läuft doch ständig mit einer Schniefnase herum.
— Aber das ist doch erst das zweite Mal in zwei Jahren… — entgegnete die Schwiegertochter mit schuldbewusstem Gesichtsausdruck.
— Na und? Meine Arbeit ist mir wichtiger! — die Schwiegermutter schnalzte mit der Zunge und ging nach Hause, Irina ratlos zurücklassend.
Irina hatte ihre Tochter niemals gegen die Großmutter aufgebracht. Im Gegenteil, Ksjuscha verbrachte gern Zeit mit Oma Anja. Doch Irina bemerkte, dass das Mädchen in der Nähe der Schwiegermutter übermäßig gehorsam wurde, als ob sie Angst hätte, etwas falsch zu machen. Anna Pawlowna verstand es, jeden streng zu disziplinieren — sogar erwachsene Kollegen in der Schule, geschweige denn ein Kind.
— Oma hat gesagt, dass ich nicht so lachen darf, — sagte Ksjuscha eines Tages und senkte traurig den Blick.
— Wieso denn? — fragte Irina sanft.
— Oma meinte, Mädchen müssten bescheiden und still sein.
Irina spürte einen Stich im Herzen. Ihr fröhliches, sonniges Mädchen wurde unter dem Einfluss der Schwiegermutter verkrampft und übermäßig still. Zum Glück waren die Besuche der Schwiegermutter nicht allzu häufig. Ksjuscha wurde älter, war seltener krank, und Irina kam allein zurecht, indem sie gelegentlich selbst zu Hause blieb.
Doch eines Tages änderte sich alles. Anna Pawlowna ließ sich kurz vor dem dreißigsten Hochzeitstag von ihrem Mann scheiden. Iwan Andrejewitsch hatte sie für eine andere Frau verlassen. Und nicht einmal für eine Jüngere — nein, für eine Gleichaltrige. Sie sah weder jünger noch schöner aus als Anna Pawlowna. Die Frau war außer sich vor Wut.
„Wie konnte er nur! Im Alter so durchdrehen!“ — dachte sie und begann nach und nach, Anton gegen seinen Vater einzunehmen.
Anna Pawlowna tauchte nun immer öfter im Haus des Sohnes und der Schwiegertochter auf, da es in ihrer eigenen Wohnung niemanden mehr gab, den sie herumkommandieren konnte. Sie kam ohne Ankündigung herein, als sei es ihr eigenes Zuhause, musterte streng die Regale und Schränke und verteilte ihre wertvollen Ratschläge und Anweisungen.
— Ist das etwa Ordnung? Die Servietten müssen anders gefaltet sein! — schimpfte sie und richtete den Stapel in der Küche.
— Irina, die Töpfe müssen nach Größe stehen, von groß nach klein. Das ist doch elementar! — wies die Schwiegermutter streng hin.
— Ksjuscha, lauf nicht durchs Haus, sonst stößt du etwas um! Ein Mädchen muss sich bescheiden benehmen! Setz dich hin und male.
Anfangs versuchte Irina, es zu ignorieren. Sie verstand: Die Schwiegermutter durchlebte eine schwere Zeit. Eine Scheidung nach so vielen Ehejahren hatte Anna Pawlowna aus der Bahn geworfen. Man konnte sie bemitleiden und ihr die zusätzlichen Nörgeleien verzeihen.
Doch bald wurden die Besuche zur täglichen Routine. Jeden Abend, nach der Arbeit, erschien Anna Pawlowna zur selben Zeit vor der Tür ihrer Wohnung. Irina fühlte bereits, dass es im Haus keinen privaten Raum mehr gab und dass die Luft knapp wurde, sobald sie die Schwiegermutter sah.
— Anton, ich halte das nicht mehr aus, — sagte Irina eines Abends zu ihrem Mann. — Ich verstehe, dass es deiner Mutter schwerfällt, aber wir haben unsere eigene Familie. Sie kommt fast jeden Tag und sucht nach etwas, woran sie herummeckern kann.
Anton seufzte, kratzte sich am Hinterkopf und versuchte, seine Mutter zu rechtfertigen:

— Nun, du weißt doch, sie hat ihr Leben lang in der Schule gearbeitet. Es fällt ihr schwer, sich umzustellen. Außerdem ist sie nun allein, ihr ist langweilig.
— Eben! — Irina sah ihren Mann ernst an. — Sie braucht eine Beschäftigung, etwas anderes, als mir vorzuschreiben, wie ich die Töpfe aufzustellen habe. Weißt du, was ich mir gedacht habe? Kauf ihr eine Datscha. Ein kleines Häuschen irgendwo in der Nähe der Stadt. Dort kann sie Beete anlegen, Blumen pflanzen. Das wird sie ablenken.
Anton runzelte die Stirn.
— Eine Datscha? Aber das sind doch zusätzliche Ausgaben…
— Dafür bleiben die Nerven verschont. Sowohl ihre als auch unsere. Denk doch mal nach, — sagte Irina sanft, aber bestimmt. — Sie braucht ihren eigenen Raum. Sonst können wir bald nicht einmal mehr in Ruhe miteinander reden.
Anton dachte nach. Einerseits liebte er seine Mutter und war es gewohnt, auf sie zu hören. Andererseits hatte Irina recht. Mit jedem Tag spannte sich die Atmosphäre im Haus mehr an.
Am nächsten Tag sprach er zum ersten Mal vorsichtig mit seiner Mutter über eine Datscha…
Zunächst reagierte Anna Pawlowna auf diese Neuigkeit empört.
— Eine Datscha? Wozu brauche ich diesen Ärger! — empörte sie sich. — Wollt ihr mich etwa nur loswerden, damit ich euch nicht im Weg stehe? Ich bin noch eine junge Frau, ich habe genug Kraft! Ich bin keine alte Frau, die ihre Wochenenden im Schrebergarten verbringt.
Anton versuchte zu erklären, dass es keine Strafe sei, sondern im Gegenteil — eine Möglichkeit, sich abzulenken und etwas Neues zu beginnen. Doch die Mutter blieb stur, fuchtelte verärgert mit den Armen.
— Ich werde doch nicht allein auf euren Beeten hocken! — schnitt sie ab und ging spät am Abend, die Tür hinter sich zuknallend.
Anton seufzte schwer, und Irina schüttelte nur den Kopf:
— Nichts. Man braucht Zeit. Vielleicht überlegt sie es sich noch.
Irina behielt recht. Eine Woche später überredete Anton seine Mutter wenigstens, sich das Grundstück anzusehen, das er und Irina bereits für sie ausgesucht hatten.
Anna Pawlowna fuhr mit versteinertem Gesicht, aber sobald sie aus dem Auto stieg und das gepflegte Häuschen mit der geräumigen Holzterrasse sah, wurde ihr Blick spürbar weicher. Das Grundstück war klein — nur sechs Ar, aber im Garten wuchsen bereits Apfelbäume und Johannisbeersträucher. Auf dem Weg huschte die Nachbarskatze vorbei, und von der Terrasse öffnete sich ein herrlicher Blick auf eine grüne Ecke, die in Blumen versank.
— Nun… gar nicht so schlecht, — murmelte Anna Pawlowna vorsichtig, als sie das Haus umrundete. — Die Terrasse… geräumig. Ich kann mir gut vorstellen, wie angenehm es ist, hier am Abend mit einem Buch und einer Tasse Tee aus Johannisbeerblättern zu sitzen.
Anton konnte sein Lächeln kaum zurückhalten. Er sah, dass die Mutter weich wurde.
— Natürlich braucht das Häuschen noch etwas Arbeit. Aber das ist eine Frage der Zeit. Irina und ich helfen dir, — sagte er sanft.
Anna Pawlowna nickte zurückhaltend, aber ihre Augen leuchteten vor lebendigem Interesse. In Gedanken stellte sie schon Dahlien und Petunien auf die Beete, plante Erdbeeren und Dill zu pflanzen.
— Na gut, — sagte sie schließlich. — Wenn ihr schon so darauf besteht, probieren wir es eben.
So bekam Anna Pawlowna ihre Datscha. Die Anfahrt war bequem — nur eine halbe Stunde mit dem Auto. Sie fuhr seit Langem selbst, die Strecke machte ihr keine Schwierigkeiten.
Anton ließ das Grundstück auf sich registrieren: Das Geld war schließlich gemeinsames — seines und Irinas. Doch daran dachte Anna Pawlowna gar nicht. Sie war viel zu sehr von der neuen Aufgabe begeistert und wirkte wie neu belebt.
Kaum war es warm geworden, zog Anna Pawlowna praktisch auf die Datscha. Vom Frühling bis zum Ende des Sommers lebte sie dort fast ununterbrochen. Vom Morgen bis zum Abend arbeitete sie im Garten, schnitt Bäume, pflanzte Blumen und legte sogar ein kleines Gemüsebeet an.
Auch Anton, Irina und Ksjuscha kamen oft vorbei: mal um die Erde umzugraben, mal um Setzlinge zu bringen, mal einfach, um das Wochenende an der frischen Luft zu verbringen. Gemeinsam strichen sie den Zaun, reparierten das Dach, richteten die Terrasse her und tapezierten sogar ein Zimmer neu. Bis Mitte des Sommers sah die Datscha gepflegt und gemütlich aus — wie aus einer Landhauszeitschrift.
Irina wunderte sich manchmal, wie sehr sich die Schwiegermutter verändert hatte. Die Arbeit auf der Erde schien ihr neuen Lebensmut zu geben: Müde, aber zufrieden, trat Anna Pawlowna abends auf die Terrasse und zeigte stolz ihre Fortschritte.
Und so geschah es eines Tages im August, als der Garten voller Äpfel hing, dass die ganze Familie am großen Tisch draußen versammelt war. Der Grill rauchte, die Schaschliks brutzelten, Ksjuscha rannte fröhlich durchs Gras. Alle lachten, redeten, genossen dieses seltene Gefühl familiärer Harmonie.

Plötzlich, als das Abendessen fast vorbei war, legte Anna Pawlowna die Gabel beiseite und sagte mit ruhigem, aber kaltem Ton:
— Nun ja… danke euch natürlich für die Hilfe. Das Haus ist in Ordnung gebracht, das Grundstück ebenfalls. Aber jetzt möchte ich hier allein wohnen. Ich brauche Einsamkeit. Ihr habt eure Mission erfüllt, den Rest mache ich selbst.
Am Tisch trat Stille ein. Irina war sprachlos, Anton runzelte die Stirn, und die kleine Ksjuscha sah die Großmutter verständnislos an.
— Mama, das meinst du nicht ernst? — hielt Anton es nicht mehr aus. — Wir sind doch immer als Familie hierhergekommen, haben alles gemeinsam gemacht…
— Du hast gesagt, dass dieses Grundstück für mich sei, — schnitt die Schwiegermutter ab. — Also will ich auch allein hier sein.
Das klang grob und verletzend. Besonders für Irina, die so viel Kraft und Geduld investiert hatte, damit die Datscha genau so wurde. Doch sie lächelte nur beherrscht und dachte:
„Umso besser. Wenigstens ist es jetzt in der Wohnung ruhig, ohne ständige Belehrungen der Schwiegermutter.“
Irina und Anton packten noch am selben Abend ihre Sachen und kehrten in die Wohnung zurück. Anton hatte nichts getrunken, setzte sich ruhig ans Steuer und brachte die Familie nach Hause. Unterwegs sagte niemand ein Wort. Ksjuscha schlief friedlich auf dem Rücksitz, und Irina dachte nur an eines:
„Soll sie doch allein dortbleiben. Hauptsache, bei uns zu Hause kehrt Ruhe ein.“
Und tatsächlich, die nächsten Wochen verliefen überraschend ruhig. Anna Pawlowna rief nicht an und kam nicht vorbei, und in der Wohnung herrschte wie eine neue Atmosphäre. Irina atmete endlich frei auf: Die Abende vergingen im Kreis der Familie, ohne strenge Bemerkungen und ständige Kritik.
Doch die Freude währte nicht lange. Sobald die kalten Oktobertage kamen und die Datscha-Saison vorbei war, begann Anna Pawlowna wieder häufig zu Besuch zu erscheinen. Wie früher kam sie unangekündigt herein und schien die Kraft, die sie an der frischen Luft getankt hatte, nun in eine neue Welle der Kritik gegenüber der Schwiegertochter zu verwandeln.
— Wie oft habe ich gesagt: Schuhe müssen nach Größe gestellt werden! Erst die Herrenschuhe, dann deine und dann Ksjuschas, — tadelte sie, kaum über die Schwelle getreten.
— Irina, du bügelst Antons Hemden falsch, sieh doch, wie viele Falten! — nörgelte die Schwiegermutter, während sie in den Schrank blickte…
— Ksjuscha, hör sofort auf, auf dem Boden zu malen! Ein Mädchen soll am Tisch sitzen und nicht irgendwo herumliegen wie ein Junge!
Irina schwieg. Sie hatte sich daran gewöhnt, sich Anton und Ksjuscha zuliebe zurückzuhalten. Doch eines Abends, als ihr Mann länger bei der Arbeit blieb, war ihr Fass voll.
Anna Pawlowna lief wieder durch die Wohnung und zählte streng alles auf, was ihr missfiel. Irina stand in der Küche und drehte sich plötzlich, ohne es selbst erwartet zu haben, entschlossen um:
— Wissen Sie was, Anna Pawlowna… Wenn es Ihnen nicht gefällt, dass wir zu Ihrer Datscha kommen, dann kommen auch Sie nicht mehr in unsere Wohnung!
Die Schwiegermutter erstarrte. In ihren Augen blitzte erst Verwunderung auf, dann etwas Kaltes und Giftiges. Sie kniff die Augen zusammen und sprach mit Nachdruck:
— Du scheinst wohl den Kopf verloren zu haben, Irina. Diese Datscha und diese Wohnung — das alles gehört meinem Sohn. Also sei besser still, wenn du hier noch länger bleiben willst.

Diese Worte trafen Irina härter als jede Kritik. Sie spürte, wie ihr der Boden unter den Füßen wegrutschte: Da war es — die wahre Einstellung der Schwiegermutter.
— Verzeihung, aber die Wohnung haben Anton und ich gemeinsam gekauft. Und zwar mit einem Kredit.
— Ach, natürlich! Du saßest doch zwei Jahre in Elternzeit. Erzähle mir nichts von Rechten. Ich weiß es besser als du, Liebes, — säuselte Anna Pawlowna mit giftig-süßer Stimme.
— Wenn Sie es besser wissen, dann bitte ich Sie, die Wohnung zu verlassen! — fuhr Irina auf. — Sie wagen es nicht mehr, hier aufzutauchen, solange Sie sich nicht bei mir entschuldigt haben und aufhören, alles zu kritisieren. Es reicht endgültig!
Anna Pawlowna schnappte nach Luft über den ungewohnten Tonfall der Schwiegertochter. Sie packte ihre Sachen und verließ mit hoch erhobenem Kopf die Wohnung.
Als Anton nach Hause kam, erzählte ihm seine Frau alles. Sie stellte ein Ultimatum:
— Entweder deine Mutter entschuldigt sich, oder sie setzt keinen Fuß mehr in unser Haus. Ich werde ihren spöttischen Ton nicht länger ertragen. Und wenn du dich gegen mich stellst, erwartet dich die Scheidung und die Teilung des Eigentums. Offensichtlich hat Anna Pawlowna vergessen, wem diese Wohnung gehört.
— Ja, schon gut, schon gut, — versuchte Anton die wütende Frau zu beruhigen. — Ich rede mit ihr. Du hast es sicher nur falsch verstanden.
Am nächsten Tag hielt Anton Wort und rief seine Mutter an.
— Mama, ich komme nach der Arbeit zu dir. Wir müssen reden, — sagte er ruhig.
Anna Pawlowna verstand sofort:
„Diese Schlange hat sich schon beschwert!“
Am Abend empfing sie ihren Sohn kampfbereit — mit Vorwürfen und Gegenargumenten.
— Was, deine Frau hat dir über mich etwas eingeflüstert? — fuhr sie ihn gleich an, als Anton die Wohnung betrat.
Anton sah seine Mutter müde an, stellte die Tüte mit Obst auf den Tisch und sagte gelassen:
— Mama, lass uns ohne deine Spielchen reden. Du weißt selbst, dass du übertreibst.
— Ich übertreibe? — empörte sich Anna Pawlowna, die Arme ausbreitend. — Wenn es nicht mich gäbe, wäre euer Zuhause längst im Dreck versunken!
Anton seufzte. Er wusste: Streiten war sinnlos. Doch er kannte ein Argument, das wirken würde.
— Mama, ich sage es dir gerade heraus. Wenn Irina beschließt, sich scheiden zu lassen, bleibst du ohne deine Datscha. Weil sie auf mich eingetragen ist und damit bei einer Scheidung geteilt wird.
Anna Pawlowna erstarrte. Ihre Lippen zitterten, in den Augen blitzte Bestürzung auf. Sie hatte in dem Moment, als sie die Datscha annahm, völlig die rechtlichen Aspekte vergessen. Das Geld hatten schließlich Anton und Irina gemeinsam investiert.
— Wie… das? — brachte sie nur hervor.

— Genau so, — fuhr Anton ruhig fort. — Ich werde mich nicht von Ira scheiden lassen. Sie trägt gerade unser zweites Kind unter dem Herzen. Bald bekommen wir einen Sohn. Und wenn du in unserer Familie dabei sein willst, musst du dich fügen. Komm gern zu Besuch, aber ohne Geschrei und Vorwürfe. Oder erhole dich auf der Datscha. Aber hör auf, unsere Familie zu zerstören.
Die Worte des Sohnes fielen wie eine schwere Last. Anna Pawlowna stieß einen Laut aus und setzte sich auf den Stuhl. Bitter war es zu begreifen, dass ihr Einfluss schwand. Noch bitterer — zu verstehen, dass der Sohn sich endgültig auf die Seite der Schwiegertochter stellte.
Sie schwieg lange, dann winkte sie nur müde ab:
— Na gut… Es soll so sein, wie du willst.
Anton wusste, dass es wirken würde. Die Mutter konnte jeden überreden, aber die Datscha zu verlieren, an die sie sich schon mit dem Herzen gebunden hatte, fiel ihr schwer.
Einige Zeit später kehrte Anton nach Hause zurück. Schon an der Tür teilte er seiner Frau mit, dass die Mutter nachdenken und sich entschuldigen wolle.
— Mach dir keine Sorgen. Alles wird gut. Zumal du dich jetzt weniger aufregen solltest, — sagte der Mann.
— Gut, danke. Ehrlich… ich hätte nie gedacht, dass du allein mit ihr sprichst. Normalerweise hast du solche Schwierigkeiten immer vermieden.
— Und was bleibt mir übrig? Ich habe eine Familie gegründet, also muss ich Verantwortung übernehmen und mich kümmern.
— Danke… — Irina umarmte ihren Mann und küsste ihn.
Und an diesem Abend kehrte in ihrer Wohnung endlich wieder wahre Ruhe ein — ohne das Bedürfnis, sich ständig zu entschuldigen oder zum hundertsten Mal dasselbe Regal abzuwischen.